DisplayPort Kabel - Entwicklung und Versionen
2006 erstmals eingeführt und heute nicht mehr wegzudenken aus Industrie, Medizin und Büroalltag, sowie natürlich für alle Gamer und Grafiker. Ein DisplayPort Kabel dient als digitale Schnittstelle zur Übertragung von Video- und Audiosignalen und sichert hochauflösende Bildsignale, hohe Bildwiederholraten und professionelle Anwendungen über nur ein Kabel. Die Übertragung erfolgt mittels Datenpaketen, ähnlich wie bei Netzwerkverbindungen.
Seit seiner Einführung von der VESA (Video Electronics Standards Association), einer Organisation die Standards für die Elektronikindustrie festlegt, wurde es kontinuierlich weiterentwickelt um immer höhere Auflösungen, schnellere Bildwiederholraten und verbesserte Audioübertragungen zu schaffen. Einer der ursprünglichen Entwicklungsgründe war auch der deutlich geringere Platzbedarf beim Anschluss als bei DVI oder VGA-Steckern.
Dank Version DisplayPort 1.2 mit 4K@60 Hz kam 2010 eine kleine Revolution in die Büros und Industrie. Über MST (Multi-Stream-Transport) konnten ab diesem Zeitpunkt Multi-Monitor-Setups erstellt werden, d.h. dass mehrere Displays über einen Ausgang angesteuert werden. Das Signal wird hierbei über eine Daisy-Chain vom ersten zum zweiten Monitor weitergeleitet bzw. mehrere Monitore werden trotz nur eines Ausgangs miteinander verkettet. Dies ist auch ein riesiger Vorteil bei industriellen Anwendungen, wo es oft schwierig mit Platzbedarf und Kabelführung ist. Eine Daisy Chain vereinfacht hier die Installation und schafft mehr Übersichtlichkeit. DisplayPort 1.2 ist bis heute ausreichend für Standard Monitore in Büros und zuhause und bietet eine stabile Übertragung für die meisten Anwendungen.
Für alle Gamer und Grafiker wurde es 2016 spannend mit DisplayPort 1.4. Dank DSC (Display Stream Compression), HDR (High Dynamic Range), VRR (Variable Refresh Rate) Free Sync und G-Sync wurden Technologien für flüssigeres Gaming entwickelt, indem u.a. die Bildrate des Monitors mit der Rate der Grafikkarte synchronisiert wurde, um Ruckeln und Risse im Bild zu vermeiden. Die nachfolgenden Versionen DisplayPort 2.0 und 2.1 setzten immer weiter auf Bandbreitenerhöhungen und noch schnellere Übertragungen (ab 2.1 mit UHBR Ultra-High Bit Rate) teilweise bis zu 8K / 16K und 120Hz / 240 Hz um in der Bildbearbeitung, beim Video-Streaming, VR/AR-Anwendungen und bei 3D Renderings das Beste herauszuholen. Die Unterstützung höherer Farbtiefen spielt z.B. nicht nur bei professionellen Grafikanwendungen eine wichtige Rolle, sondern auch im medizinischen Bereich, in der Radiologie, Chirurgie, beim MRT, Ultraschallbildern und digitalen Röntgenaufnahmen. Überall dort wo Präzision und Detailtreue von entscheidender Bedeutung sind.
Mit Version 2.1a wurde die nutzbare Kabellänge nochmal um einiges erhöht und seit Frühjahr 2025 ist nun sogar DisplayPort 2.1b erhältlich.
Abwärtskompatibilität und Verriegelung zur vereinfachten Anwendung
Grundsätzlich gilt, dass alle DisplayPort Kabel abwärtskompatibel sind, so dass auch ältere Monitore oder Grafikkarten genutzt werden können. Die maximale Übertragungsleistung hängt jedoch, wie immer, von allen beteiligten Komponenten ab und nicht nur vom leistungsstärksten Teil. Viele DisplayPort Kabel werden mit einem mechanischen Rastmechanismus als Verriegelung auf dem Stecker angeboten um eine stabilere Verbindung herzustellen, welche nicht unbeabsichtigt gelöst werden kann. Vor allem in industriellen Umgebungen, wo Erschütterungen oder Vibrationen auftreten können, ist dies ein entscheidender Faktor. Alle DisplayPort Buchsen haben Schlitze zum Einrasten der Verriegelung, der Verriegelungsmechanismus am Stecker ist jedoch optional und nicht bei allen Kabeln vorhanden.
Passiv oder aktiv & optisch? Welches Kabel benötige ich?
Die Entfernung der Komponenten bzw. die benötigte Kabellänge spielen bei der Kabelauswahl eine große Rolle. Bis zu einer Länge von 5 Meter funktionieren in der Regel passive DisplayPort Kabel ganz gut. Hochwertige Kabel mit reinem Kupfer-Innenleiter und guter Abschirmung bieten hier die beste Signalqualität. Für längere Strecken ab 7,5 Meter sollten aktive optische DisplayPort Kabel gewählt werden, welche die Signale per Licht übertragen. Diese schaffen sogar große Distanzen bis 50 Meter ohne Signalverlust.
Unterschiede im Einsatzbereich zu HDMI-Kabeln
DisplayPort Kabel sind die erste Wahl bei anspruchsvollen PC-Nutzern und Gamern, die maximale Leistung und herausragende Bildtechnologien wünschen. Kurz gesagt, gut aufgehoben ist man mit DisplayPort bei allen Komponenten der Informationstechnologie, wie PC’s, Notebooks, Spielekonsolen und Monitore.
HDMI-Kabel sind und bleiben dagegen erstmal die Standardausrüstung fürs Wohnzimmer Entertainment bzw. Heimkino, d.h. für TV, Beamer, Konsolen und DVD-Player.
Mini DisplayPort
Mini DisplayPort ist eine kompaktere Form des DisplayPort und wurde 2008 von Apple eingeführt. Nichtsdestotrotz wird es auch bei anderen Herstellern von Windows-PCs und Peripheriegeräten verwendet. Obwohl Mini DisplayPort eine wesentlich kleinere Form hat, bietet es die gleichen technischen Möglichkeiten wie der „normale“ DisplayPort Stecker bzw. die Buchse.